In der LEADER Region Mostviertel-Mitte leben über 80.000 Menschen. Die Lebensqualität ist hoch, aber oftmals sind die BewohnerInnen gezwungen in die Ballungsräume auszupendeln, um einer (Vollzeit-)Beschäftigung nachzugehen. Es besteht jedoch auf vielen Seiten (Beschäftige, Unternehmen, Regionalpolitik) das Interesse, die Kräfte zu halten und in den Gemeinden zu binden. Dazu bedarf es innovativer Lösungen mit fairen Rahmenbedingungen.
Das regional Aktionsfeldthema „Stärkung des regionalen Arbeitsmarktes sowie regionalen Wirtschaftsstandortes“ passt perfekt zum AGZ-Modell. Beides lässt sich durch den sogenannten „Flexicurity-Ansatz“ (Flexibilität UND Sicherheit) abbilden und in die Praxis umsetzen. Ziel ist es neue, attraktive Arbeitsplätze in den Gemeinden zu schaffen, indem die Teilbedarfe der Betriebe vor Ort (branchenübergreifend) miteinander kombiniert werden.
Sollten die Voraussetzung und Interesse in der Region Mostviertel-Mitte gegeben sein, so könnten in Kooperation mit dem LEADER-Management erste Maßnahmen in Richtung eines AGZ gesetzt werden. Die Strategie ist, über die Bedarfserhebung den AGZ-Umsetzungsprozess einzuleiten.
Was ist ein AGZ?
AGZ (Arbeitgeberzusammenschlüsse) sind Zusammenschlüsse von Betrieben, die sich qualifizierte Arbeitskräfte teilen. Im Sinne eines kooperativen Personalmanagements bringen sie den Arbeitskräftebedarf, der über das Stammpersonal der Mitgliedsbetriebe hinausgeht, zusammen und stimmen ihn ab.
Aus diesen Teilbedarfen mehrerer Betriebe lassen sich Arbeitsplätze, in der Regel Vollzeitarbeitsplätze, kombinieren. Die Beschäftigten werden erst dann beim Arbeitgeberzusammenschluss eingestellt, wenn die Stellen durch die Nachfrage der Mitgliedsbetriebe abgesichert sind. Arbeitgeberzusammenschlüsse sind ein starkes Instrument, um regionale Fachkräftesicherung – vor allem im Tourismus, der Gastronomie und Freizeitwirtschaft – zu gewährleisten.
http://agz.progressnetz.at/
Foto: Franz Heumayr und Alexander Szöllösy von progressNetz mit LEADER-Managerin Petra Scholze-Simmel