Informationsabend zum Thema: „Verbrauchen wir zuviel Boden?“

Veröffentlichungsdatum03.03.2016
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Zum Bodenschutz-Informations- & Diskussionsabend unter dem Motto „Verbrauchen wir zu viel Boden“ hatten die Marktgemeinde Kirchberg, die LEADER-Region Mostviertel-Mitte und das Land Niederösterreich am 26. Februar 2016 in die Kirchberghalle in Kirchberg an der Pielach eingeladen.

 Fachleute referierten über „Herausforderungen und Lösungsansätze zum Bodenschutz im
 Pielachtal“.

Unsere Geschäftsführerin DI Petra Scholze-Simmel informierte über die Demografische Entwicklung im Pielachtal. Am Beispiel der Gemeinde Kirchberg sah man, wie sich der Bevölkerungszahl entwickelte: 1951=2.578 Einwohner / 1981=2.918 / 2001=3.168 / 2011=3.116 und 2015=3.143 Einwohner. Früher wohnten 7 Personen in einem Haus; heute sind es nur mehr 3 Personen. Interessant ist der Waldanteil der Gemeinde: 1956=47% / 1977=51% / 2014=54,7% Waldanteil.



Obmann Bgm. Ök. Rat Anton Gonaus führte aus, dass im Jahre 1950 auf der Erde 3 Milliarden Menschen ernährt werden mussten; heute sind es schon 7 Milliarden und jedes Jahr kommen 80 Millionen Menschen dazu. Er wies darauf hin, dass von der Gesamtfläche weltweit 12 % an Ackerboden und 24 % an Weide- und Grünland zur Verfügung stehen.

 Täglich werden 30 Fußballplätze verbaut oder versiegelt. Anderseits nimmt auch die Waldfläche pro Tag um 15 Hektar zu. In Bezug auf den Grundverbrauch benötigt in der Großstadt Wien eine Person rund 80 m2 und im Vergleich dazu im Bezirk St. Pölten eine Person rund 500 m2 an Grund und Boden.  Bürger
meister Gonaus: „Die Raumordnung ist ein wichtiger Schlüssel dazu, die Inanspruchnahme von Boden zu verringern. Ein weiterer Lösungsansatz ist, Ortskerne neu zu beleben, Altbauten zu sanieren und Baulücken zu schließen.

 Hofrat DI Erich Czeiner von der Abteilung Wasserbau des Landes informierte, dass schon sechs Gemeinden im Pielachtal Hochwasserschutzprojekte benötigen. Weinburg und Ober-Grafendorf sind davon ausgenommen.

 Mag. Wolfgang Alfons von der Raumo
Bodenschutz-b.jpgrdnungs- Abteilung des Landes plädierte für sparsamen Bodenverbrauch und bot den Gemeinden die Unterstützung des Landes durch zahlreiche Beratungsmaßnahmen an. Sein Statement: „Wir müssen die Ortskerne beleben, Pilotprojekte starten erst dann neues Bauland schaffen.“



DI Christian Steiner informierte über Bodenbündnisaktivitäten und die Landentwicklung in Niederösterreich. Alarmierendes Zeichen: In Österreich werden derzeit 20 Hektar Bodenverbrauch pro Tag verbraucht. In Deutschland sind es schon zwischen 80 und 100 Hektar pro Tag.

Über die Lösungsansätze dazu war man sich einig: Dichtere und höhere Bebauung, die Ortskerne attraktiver gestalten und beleben; ein nationales Flächenmanagement einführen, die Regionalität stärken, die Raumordnung anpassen.

Obmann Bgm. Ök. Rat Anton Gonaus:
 Es ist eine fundamentale Aufgabe unserer Generation, jetzt zu handeln, um kommenden Generationen ein geordnetes Leben in einer intakten Welt zu ermöglichen. Zurück zu kleineren Kreisläufen, Einsparung des Energieverbrauches, Forcierung der erneuerbaren Energie und Vermeidung des zu großen Bodenverbrauches. Gesundheit ist das höchste Gut. Gesundheit leben zu können ist nur möglich in einem intakten Natur- und Bodenraum.

 

Foto: Copyright Gehard Hackner

 Beim Boden-Informationsabend in Kirchberg referierten profunde Fachleute wie Mag. Wolfgang Alfons (NÖ Raumordnung), Bürgermeister Ök. Rat Anton Gonaus, Dipl. Ing. Petra Scholze-Simmel (GF Leaderregion) und Dipl. Ing. Christian Steiner (Abt. NÖ Landentwicklung). Monika Gansch sorgte für Licht und Ton, Hofrat Dipl. Ing. Erich Czeiner referierte über den Hochwasserschutz im Dirndltal und Vizebürgermeister Franz Singer begrüßte Referenten und Zuhörer (v.li).